Kurz-Antwort: Marktplätze wie Treatwell helfen beim Start, kosten aber langfristig viel Geld durch Provision. Eigene Buchungs-Apps bauen Stammkunden auf und sind oft günstiger — sobald du eine feste Kundschaft hast.
Welche Arten von Buchungssystemen gibt es?
Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Modelle:
1. Marktplätze wie Treatwell, Fresha oder Booksy: Du bist auf einer Plattform gelistet, die dir Neukunden schickt — gegen Provision. Treatwell nimmt 35% Provision (zzgl. MwSt.) auf die erste Buchung jedes Neukunden. Vorteil: Sichtbarkeit ohne eigenes Marketing. Nachteil: Die Kunden gehören dem Marktplatz, nicht dir.
2. Eigene Buchungs-Apps wie cosmeticca: Du hast eine Studio-eigene App für deine Kunden. Keine Provision, deine Daten, dein Branding. Kostet eine monatliche Gebühr, aber deutlich weniger als laufende Provision.
Treatwell — die Reichweite hat ihren Preis
Treatwell ist der bekannteste Beauty-Marktplatz in Deutschland. Kunden suchen auf treatwell.de nach Studios in ihrer Nähe — und buchen dort direkt. Das bringt Neukunden, ohne dass du aktiv Werbung machen musst.
Was es kostet: Treatwell verlangt 35% Provision (zzgl. MwSt.) auf die erste Buchung jedes Neukunden, plus eine monatliche Softwaregebühr für das Terminverwaltungs-Tool. Bei 10 Neukunden-Buchungen à 60€ im Monat zahlst du 210€ allein an Provision.
Das strukturelle Problem: Treatwell baut seine Kundendatenbank auf — nicht deine. Wenn eine Kundin über Treatwell bucht, kehrt sie beim nächsten Mal möglicherweise wieder zu Treatwell zurück und bucht ein anderes Studio, das günstiger oder besser bewertet ist. Die Plattform hat keinen Anreiz, dir Stammkunden aufzubauen.
Wann es sich lohnt: Wenn du gerade erst anfängst und noch keine eigene Kundschaft hast, kann Treatwell ein sinnvoller Einstieg sein. Als langfristige Hauptstrategie ist es teuer.
Fresha — kostenlos, aber mit Haken
Fresha positioniert sich als "kostenloses" Buchungssystem — was technisch stimmt, aber nicht das ganze Bild zeigt. Die Basissoftware ist kostenlos, aber Fresha verdient an Marketplace-Buchungen (Provision) und an optionalen Add-ons wie Zahlungsverarbeitung und Marketing-Tools.
Für Studios die nur ihr internes Buchungsmanagement digitalisieren wollen, ist Fresha durchaus eine Option. Sobald aber Kundenbindung, Push-Benachrichtigungen und automatisiertes Marketing gefragt sind, stößt das System an seine Grenzen.
Fehlende Funktionen bei Fresha: kein Loyalty-Programm, keine eigene Kunden-App mit Studio-Branding, kein Winback-System, keine Proximity Push-Benachrichtigungen.
Booksy — stark im Nagelbereich
Booksy ist besonders in der Nail-Art-Community verbreitet und hat eine aktive Kunden-Community. Das Interface ist für Studios intuitiv, und die Marktplatz-Sichtbarkeit ist ordentlich.
Wie bei Treatwell und Fresha bleibt das Grundproblem: Die Plattform steht zwischen dir und deiner Kundin. Du hast wenig Kontrolle über das Erlebnis und baust keine direkte Bindung auf.
Die eigene App — für Studios mit Stammkunden-Fokus
Eine eigene Studio-App verändert die Dynamik grundlegend. Deine Kundin hat dein Studio auf dem Handy — mit deinem Logo, deinen Farben, deinem Namen. Sie bucht direkt bei dir, ohne Umweg über einen Marktplatz.
Was das ermöglicht: Push-Benachrichtigungen direkt aufs Handy, Loyalty-Punkte die in deiner App angezeigt werden, Geburtstagscoupons die automatisch verschickt werden, Winback-Nachrichten für inaktive Kunden, Flash Sales für freie Slots — alles ohne Provision.
Was es kostet: cosmeticca zum Beispiel kostet 49€/Monat (Starter) bis 149€/Monat (Business) — ohne Provision. Bei einem Studio mit 50 Buchungen à 60€ im Monat (3.000€ Umsatz) würdest du bei Treatwell ca. 600–900€ Provision zahlen. Mit cosmeticca zahlst du 49€.
Wann es sich lohnt: Sobald du eine Kundenliste hast — auch eine kleine. 50 Stamm-Kunden in einer eigenen App rentieren sich sofort gegenüber einem Marktplatz.
Schnellvergleich: Die wichtigsten Unterschiede
| Kriterium | Treatwell | Fresha | cosmeticca |
|---|---|---|---|
| Kosten | 35% auf Neukunden-Erstbuchung | Kostenlos + Extras | Ab 49€/Mon, 0% Provision |
| Eigene App | Nein (Treatwell-App) | Nein (Fresha-App) | Ja, mit deinem Branding |
| Loyalty-Programm | Nein | Nein | Ja, vollautomatisch |
| Push-Benachrichtigungen | Eingeschränkt | Eingeschränkt | Ja, inkl. Proximity Push |
| Winback-Automation | Nein | Nein | Ja, ab Pro-Plan |
| Kundendaten gehören | Treatwell | Fresha | Dir |
Worauf du bei der Wahl achten solltest
Frage 1: Brauchst du Neukunden oder Stammkunden? Wenn du gerade öffnest und null Kundschaft hast, kann ein Marktplatz die schnellste Starthilfe sein. Wenn du bereits Kunden hast, lohnt sich eine eigene Lösung sofort.
Frage 2: Wie wichtig ist dir Branding? Auf Treatwell siehst du aus wie jedes andere Studio. Mit einer eigenen App bist du unverwechselbar.
Frage 3: Was willst du langfristig aufbauen? Stammkunden-Umsatz ist stabiler und günstiger als Neukunden-Umsatz. Ein System das Kundenbindung baut, ist langfristig mehr wert.
Unser Rat: Starte auf Treatwell oder Fresha wenn du gerade anfängst. Wechsle auf eine eigene App sobald du 30–50 regelmäßige Kunden hast — dann ist der ROI sofort positiv.
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Welches Buchungssystem ist das beste für ein Kosmetikstudio?
Das hängt von deinen Prioritäten ab. Treatwell bietet Reichweite, nimmt aber 35% Provision (zzgl. MwSt.) auf die erste Buchung von Neukunden. Systeme wie cosmeticca geben dir eine eigene App ohne Provision und bauen langfristige Kundenbindung auf — ideal wenn du bereits Stammkunden hast oder aufbauen willst.
Was kostet ein Buchungssystem für ein Kosmetikstudio?
Treatwell ist kostenlos gelistet, nimmt aber 35% Provision (zzgl. MwSt.) auf die erste Buchung von Neukunden. Eigene Systeme wie cosmeticca kosten ab 49€/Monat, ohne Provision. Bei 10 Neukunden à 60€ im Monat sparst du mit cosmeticca bereits 210€ gegenüber der Treatwell-Provision.
Brauche ich als kleines Kosmetikstudio ein Buchungssystem?
Ja — schon ab 1-2 Mitarbeitern lohnt sich ein digitales Buchungssystem. Es reduziert No-Shows, spart Telefonzeit und ermöglicht Buchungen rund um die Uhr. Der Break-even liegt typischerweise bei 2-3 verhinderten No-Shows pro Monat.